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Dorfentwicklungsprozess

Text: Barbara Schubert

In Oberndorf wuchs in dem u.a. vom IPG begleiteten Dorfentwicklungsprozess seit 2010 eine kraftvolle und selbstbewusste Dorfgemeinschaft. Getragen von den unterschiedlichsten Bürgerinnen und Bürgern entstand – z.T. auch im vereinten Aufbegehren gegen die Schließung der örtlichen Grundschule – innerhalb kurzer Zeit eine Fülle von innovativen Projekten, die den Ort veränderten. Es gibt heute in Oberndorf eine Energiegenossenschaft, welche Dorfprojekte fördert, ein gemeinschaftlich geführtes Kulturrestaurant Kombüse mit festen Arbeitsplätzen und überregionalem Publikum, eine attraktive, kostenlose Nachmittagsbetreuung für Kinder Kiwitte (u.a. mit Segelkutter), es gründete sich eine ambitionierte, neue Freie Schule und die Heimatstube wurde in gemeinsamer Arbeit zu einem schönen, kleinen Museum Spurensuche. u.a.m..

Das gewagteste Projekt der Bürgeraktiengesellschaft ostewert ag – eine Güllegasanlage mit angeschlossener Aquakultur – schaffte leider nicht den Sprung zum langlebigen Erfolg. Die Idee, selbst nennenswerte finanzielle Mittel zu erwirtschaften, die ohne kommunale Abhängigkeiten von der Dorfgemeinschaft für die eigenen Bedürfnisse eingesetzt werden können, schuf ganz neue Zukunftsvisionen. Aber jede Pioniertat birgt ein großes Risiko. Eine Auswertung unserer Erfahrungen wird auch einen wichtigen Beitrag leisten – für uns und andere Projekte.

Bedingungen für Bürgerengagement

Gemeinschaftliche Kraft entwickelt offenbar großes Potential. Zum Gedeihen braucht sie aber bestimmte Bedingungen. Wenn diese fehlen, weil sich alte, viel zu gut geübte Kommunikationsmuster wieder einschleichen, bringen sie jede noch so gute Initiative zum Erliegen. Diese eigentlich einfach zu erfüllenden Kriterien sind:

AUGENHÖHE: Allen Personen müssen Achtung und Respekt im selben Maße gelten. Hierarchien verhindern und feste Ämterverteilungen erschweren gemeinschaftliches Engagement.
TRANSPARENZ: Alle für die Dorfentwicklung wichtigen Informationen sollten allen Menschen zugänglich sein. Klüngel und Geheimabsprachen zerstören Engagement und Solidarität.
SELBSTERMÄCHTIGUNG: Wenn ich will, dass sich etwas ändert, muss ich mich selbst dafür einsetzen. Jammern über eigentliche oder angebliche Zuständigkeiten bringt nur Frust.
REFLEXION: Prozesse, Erfolge und Probleme werden gemeinsam ausgewertet, um daran zu lernen. Fehler, aus denen man nicht lernt, sind tatsächlich unnütze Fehler.
GEMEINSAM STREITEN: Offen bleiben für Kritik und andere Ideen ist die Grundlage für Innovation. Wenn ich nur höre, was mir bequem ist, habe ich die Chance zur Weiterentwicklung verpasst.
AUFEINANDER ACHT GEBEN: Pausen machen, sich Gutes tun, gemeinsam Feiern. Weshalb sollten wir sonst all diese Anstrengungen auf uns nehmen, wenn wir nicht schon jetzt das gute Leben miteinander feiern können?

Das Oberndorfer Forum

an jedem 5. des Monats | 19 – 21 Uhr | forum@die-oberndorfer.de
KOMBÜSE (wenn nicht anders bekannt gegeben)

Das Forum ist eine regelmäßige, offene Bürgerversammlung. Hier treffen sich Menschen, die sich für ein gutes Leben im Dorf interessieren und einsetzen. Hier können für das gemeinsame Dorfleben relevante Ideen vorgestellt werden, um für Mitstreiter*innen zu werben. So können größere Projekte angestoßen werden, die im Alleingang nicht zu realisieren sind. Auch, wenn nicht alle davon überzeugt sind. Wenn eine Idee keine Mitstreiter*innen findet, ist sie vielleicht noch nicht reif.

Das Forum lebt von Teilhabe. Kommen Sie dazu! Sie können Nachrichten an alle Forum-Interessierten schicken und / oder Nachrichten bekommen, wenn Sie sich in die Mailingliste des Forum eintragen lassen.

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Teilweise wurden nur selten Protokolle geschrieben, die vorhandenen sind hier aufgelistet.

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Wiki-Oberndorf

4.12.2019
Der Europäische Dorferneuerungspreis 2020 ist unter dem Motto “Lokale Antworten auf globale Herausforderungen” ausgelobt worden. Seitens des Landes Niedersachsen ist vorgesehen, dass die Gemeinde Oberndorf an dem Wettbewerb teilnehmen soll, da das Dorfentwicklungsverfahren die inhaltlichen Anforderungen des Wettbewerbs sehr gut erfüllen könnte. Am 10.12. findet ein erstes Vorgespräch statt. Herr Karweik als Vertreter des Landwirtschaftsministeriums wird dem Bürgermeister und einer Reihe von Bürger*innen das Verfahren erläutern.

Der Europäische Dorferneuerungspreis 2020
Kriterienkatalog

Malerisches Oberndorf

Oberndorf ist ein kleiner, verträumt wirkender Ort am Unterlauf der Oste. Was still und fast ein bisschen vergessen scheint, wird getragen von einer bewegten Dorfgemeinschaft, die trotz aller Unterschiede sich immer wieder eint in ihrem vielfältigen Engagement für den Ort. Und das unabhängig davon, ob alt eingesessen oder in den letzten Jahrzehnten aus den Metropolen dazu gezogen.
Seit Oktober 2010 läuft ein Dorfentwicklungsprozess, der vom Oldenburger Institut für Partizipatives Gestalten geleitet wurde und jetzt begleitet wird. Diesem teilhabenden Ansatz des Büros von Sonja Hörster und Jascha Rohr verdanken wir viel frischen Wind und v.a. neue Strukturen der Politik und des Umgangs miteinander – zukunftsweisend + alltagstauglich.

In der OYA 22/2013 erschien ein Artikel über unseren Dorfentwicklungsprozess .

Im eNewsletter Netzwerk Bürgerbeteiligung erschien er 12/2014 erneut, diesmal in leicht gekürzter Version

Fotos: Irmgard Huffmann, Barbara Schubert